Dirk Wiese zum Gedankenaustausch beim Forstverein für Nordrhein-Westfalen in Arnsberg

10.10.2018

Wald im Klimawandel und Gemeinwohlleistungen des Waldes und ihre In-Wert-Setzung als Ökosystem-Dienstleistungen waren die Kernthemen, die der Landesvorsitzende Jörg Matzick mit Herrn Wiese erörtern konnte. Zusammen mit dem Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, Andreas Wiebe und weiteren Bediensten von Wald und Holz NRW wurden Herrn Wiese Flächen des FNR-Projekts „Anbauversuche nichtheimischer Baumarten für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft“ gezeigt. Dirk Wiese ist seit diesem Jahr neues Mitglied im Fachlichen Beirat der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Das FNR-Projekt wurde in diesem Frühjahr von den Projektpartnern Landesverband Lippe und Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen begonnenen. Mit insgesamt elf Baumarten, die bisher in NRW nicht heimisch sind, sollen weitere Erfahrungen im Klimawandel gesammelt und ausgewertet werden.

Im Revier Stemel von Wald und Holz NRW, Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, konnten wir uns auf zwei Kulturflächen von Küstenmammutbaum und Edelkastanie vom guten Anwuchserfolg überzeugen – laut Dr. Norbert Asche und Lisa Stange, Projektkoordinatoren bei Wald und Holz NRW, in diesem trockenen Extrem-Sommer keine Selbstverständlichkeit, aber ein erster Hinweis auf die gute Hitze- und Trockenheitstoleranz dieser Baumarten!

Neben den angelegten Kulturflächen konnten wir auch einen schon älteren Douglasienbestand besichtigen, dessen Wuchsleistung in nur 50 Jahren beeindruckte. Die waldbaulichen Qualitäten sowie die guten Verwendungsmöglichkeiten dieses Nadelholzes stützen die Erwartung, dass die Douglasie im Klimawandel die Fichte auf Standorten ersetzen kann, die der Fichte zu trocken werden (z.B. obere Südhanglagen im Sauerland).

Mit Douglasien gibt es bereits Jahrzehnte-lange Anbauerfahrungen im Staatswald aber auch in verschiedenen Privatwaldbeständen.

Auf der Rückfahrt von den Versuchsflächen wies Jörg Matzick auf die überall auffallenden, braunen Fichtengruppen in den Berghängen hin, die aufgrund der extremen Temperaturen und extremen Trockenheit dieses Sommers im Absterben begriffen sind. Borkenkäfer haben in diesen geschwächten Bäumen ein leichtes Spiel und lassen für das nächste Jahr eine Borkenkäfer-Kalamität noch nicht gekannten Ausmasses befürchten. Auch einzelne Altbuchen sind dieser lang andauernden Extremwetter-Periode offensichtlich nicht gewachsen und vom Absterben bedroht.

Anschließend konnten im Forstlichen Bildungszentrum von Wald und Holz NRW in Arnsberg-Neheim noch künftige weitere gemeinsame Projekte besprochen werden:

Dabei kamen auch bürokratische Überregulierungen bei Förderprojekten des FNR zur Sprache, die die Abwicklung solcher Projekte erheblich komplizierter und den Personalaufwand für die Projektbetreuung wesentlich höher werden lassen, worunter das Engagement bisweilen leidet. Herr Wiese sagte eine Überprüfung zu, wenn konkrete Hinweise an ihn herangetragen werden.